{"id":66,"date":"2019-03-09T16:04:03","date_gmt":"2019-03-09T16:04:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rossig.com\/?page_id=66"},"modified":"2019-03-10T11:45:32","modified_gmt":"2019-03-10T11:45:32","slug":"flow","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.rossig.com\/?page_id=66","title":{"rendered":"Flow"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Flow und Leistung<br>Zur Rolle des Flow-Ph\u00e4nomens im betrieblichen Kontext<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Tobias Heisig &#8211; Andreas Rossig<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong>&nbsp;zur Diplomarbeit im Rahmen der Diplompr\u00fcfung<br>am Psychologischen Institut der Eberhard-Karls-Universit\u00e4t T\u00fcbingen<\/p>\n\n\n\n<p>Erstellt unter Anleitung von Prof. Dr. Kurt Stapf<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Grundannahme<\/h4>\n\n\n\n<p>Ausgangspunkt dieser Untersuchung ist das Konstrukt &#8222;Flow&#8220; nach Mihalyi Csikszentmihalyi.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zu pr\u00fcfende Grundannahme lautet:<br><em><strong>Das Vorhandensein bestimmter Arbeitsbedingungen f\u00fchrt zu h\u00e4ufigerer Flow-Erfahrung und h\u00f6herer Arbeitsleistung. Dabei ist die Flow-Erfahrung der Mediator zwischen diesen Arbeitsbedingungen und der h\u00f6heren Arbeitsleistung. Dieser Zusammenhang wird moderiert durch das Leistungsmotiv als Personenvariable.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Grundannahme wurde im betrieblichen Kontext (Hotels) gepr\u00fcft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"423\" height=\"268\" src=\"https:\/\/www.rossig.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/diplomGrundmodell.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-26\" srcset=\"https:\/\/www.rossig.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/diplomGrundmodell.jpg 423w, https:\/\/www.rossig.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/diplomGrundmodell-300x190.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 423px) 100vw, 423px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was ist &#8222;Flow&#8220;?<\/h4>\n\n\n\n<p>Ausgehend von verschiedenen Konzepten intrinsischer Motivation wird das Konstrukt Flow als eine spezifische Ph\u00e4nomenologie dieser Ans\u00e4tze beschrieben. Zentral ist dabei die Bestimmung der verschiedenen Flow-Dimensionen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Gef\u00fchl der Freude, des Gl\u00fccks;<\/li><li>Volle Konzentration, Aufmerksamkeit auf Aufgabe bzw. auf beschr\u00e4nktes Stimulusfeld;<\/li><li>Abwesenheit aufgabenirrelevanter und selbstbezogener Kognitionen (Selbstvergessenheit) ohne Verlust des Kontaktes zur physischen Realit\u00e4t<\/li><li>Verzerrung \/ Verlust des Zeitgef\u00fchls;<\/li><li>Verschmelzung von Handlung und Bewu\u00dftsein;<\/li><li>Handlungsschritte gehen ineinander \u00fcber;<\/li><li>Gef\u00fchl der Kontrolle von eigener Handlung und Umwelt;<\/li><li>Sicherheit, das richtige zu tun.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><strong>Wie entsteht &#8222;Flow&#8220;?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Dimensionen als Beschreibung der Erscheinungsform von Flow ist klar zu unterschieden von den Bedingungen f\u00fcr die Entstehung von Flow:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Eine Balance zwischen Anforderungen und F\u00e4higkeiten<\/li><li>Klare Ziele und Regeln<\/li><li>Eine unmittelbare und eindeutige R\u00fcckmeldung.<\/li><li>Negentropie (Abwesenheit von kognitiver Dissonanz)<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><strong>Welche theoretischen Bezugsrahmen sind wesentlich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wesentliche Bausteine des theoretischen Bezugsrahmens von Flow bilden die Goal-Setting-Theorie (Locke &amp; Latham) sowie das Leistungsmotiv.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Goal-Setting-Theorie<\/h4>\n\n\n\n<p>In Bezug auf die Goal-Setting-Theorie k\u00f6nnen zentrale Parallelen, aber auch Unterschiede identifiziert werden, was die Entstehungsbedingungen f\u00fcr Flow auf der einen Seite und die Voraussetzungen f\u00fcr die Aufgabenleistung im Sinne des Goal-Setting auf der anderen Seite betrifft. Genauer zu betrachten ist die Maxime der Goal-Setting-Theorie, nach der schwierige und herausfordernde Ziele die Aufgabenleistung erh\u00f6hen. Csikszentmihalyis Theorie spricht bei der Konzeption der Flow-Bedingungen gleichzeitig von Herausforderung &#8211; analog dem Goal-Setting-Ansatz &#8211; sowie von Balance &#8211; im Sinne einer Ausgeglichenheit zwischen den aktuellen Handlungsm\u00f6glichkeiten und den jeweiligen Anforderungen. Csikszentmihalyi geht somit in diesem Punkt \u00fcber den Goal-Setting-Ansatz hinaus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"472\" height=\"253\" src=\"https:\/\/www.rossig.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/flowkanal.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-27\" srcset=\"https:\/\/www.rossig.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/flowkanal.jpg 472w, https:\/\/www.rossig.com\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/flowkanal-300x161.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 472px) 100vw, 472px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das Leistungsmotiv<\/h4>\n\n\n\n<p>Das Leistungsmotiv ist im hiesigen Kontext vor allem aus der Perspektive des Risikowahl-Modells (Atkinson und Feather) sowie der Theorien zur Kausalattribution (Weiner) zu beleuchten. Das Risikowahl-Modell bildet einen Bezugspunkt f\u00fcr die Flow-Bedingung &#8222;Balance zwischen Anforderung und F\u00e4higkeit&#8220;, die Theorie der Kausalattribution stellt den theoretischen Hintergrund dar f\u00fcr die Frage nach der Leistungserbringung Mi\u00dferfolgs\u00e4ngstlicher unter Flow-Bedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Des weiteren sind die theoretischen Hintergr\u00fcnde der verbleibenden in der Grundannahme genannten Komponenten zu eruieren:<\/p>\n\n\n\n<p>der Begriff der&nbsp;<strong>Leistung<\/strong>,<br>die&nbsp;<strong>Leistungsmotivation<\/strong>&nbsp;als moderierende Variable<br>sowie die Unterscheidung i<strong>mpliziter und selbstattribuierter Motive<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Letzterer Themenbereich war deshalb differenziert zu beleuchten, weil sich herausgestellt hat, da\u00df die Ergebnisse von unterschiedlichen Me\u00dfinstrumenten f\u00fcr das Konstrukt Leistungsmotiv mit unterschiedlichen Verhaltenskorrelaten zusammenh\u00e4ngen. Aus diesem Grund kamen parallel zwei Me\u00dfinstrumente zur Erhebung des Leistungsmotivs zum Einsatz.<\/p>\n\n\n\n<p>a) der PRF (Personal Research Form, \u00dcbersetzung n. Stumpf et al. 1985) und<\/p>\n\n\n\n<p>b) das MMG (Leistungsmositv-Gitter, Schmalt et al. 1994).<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich ist im Anschlu\u00df an Csikszentmihalyis Begriff der&nbsp;<strong>Negentropie<\/strong>&nbsp;(Abwesenheit von kognitiven Dissonanzen) der im organisationspsychologischen Kontext oft bem\u00fchte Begriff der Werte zu er\u00f6rtern: Werte des Mitarbeiters auf der einen Seite und Werte, welche sich die Organisation explizit zum Anspruch erhebt auf der anderen Seite. Negentropie bedeutet in diesem Zusammenhang, da\u00df zwischen den individuellen Werten und den Werten der Organisation zumindest in der aktuellen Situation der Flow-Erfahrung eine \u00dcbereinstimmung bestehen mu\u00df.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Hypothesen<\/h4>\n\n\n\n<p>Die in der Grundannahme bereits allgemein erfa\u00dften Zusammenh\u00e4nge sind in folgenden Hypothesen operationalisiert:<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>A<br><\/em><\/strong><em>Je st\u00e4rker die Kerndimensionen der &#8222;wahrgenommenen Arbeitsbedingungen&#8220; (Balance zwischen Anforderungen und F\u00e4higkeiten, Zielklarheit, R\u00fcckmeldung, Wertekongruenz) ausgepr\u00e4gt sind, desto h\u00e4ufiger wird\u00a0<\/em><strong><em>Flow<\/em><\/strong><em>\u00a0w\u00e4hrend der Arbeit erlebt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>B<br><\/em><\/strong><em>Je st\u00e4rker die Kerndimensionen der &#8222;wahrgenommenen Arbeitsbedingungen&#8220; (Balance zwischen Anforderungen und F\u00e4higkeiten, Zielklarheit, R\u00fcckmeldung, Wertekongruenz) ausgepr\u00e4gt sind, desto h\u00f6her ist die\u00a0<\/em><strong><em>Arbeitsleistung<\/em><\/strong><em>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>C<br><\/em><\/strong><em>Die\u00a0<\/em><strong><em>Flow-Erfahrung<\/em><\/strong><em>\u00a0vermittelt als\u00a0<\/em><strong><em>Mediator<\/em><\/strong><em>\u00a0den Zusammenhang zwischen den Kerndimensionen der &#8222;wahrgenommenen Arbeitsbedingungen&#8220; (Balance zwischen Anforderungen und F\u00e4higkeiten, Zielklarheit, R\u00fcckmeldung, Wertekongruenz) und der Arbeitsleistung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>D<br><\/em><\/strong><em>Das\u00a0<\/em><strong><em>Leistungsmotiv moderiert als Personenvariable<\/em><\/strong><em> den Zusammenhang der Kerndimensionen der wahrgenommenen Arbeitsbedingungen (Balance zwischen Anforderungen und F\u00e4higkeiten, Zielklarheit, R\u00fcckmeldung, Wertekongruenz) \u00fcber die Flow-Erfahrung zur Arbeitsleistung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Variablen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Damit sind die<strong>&nbsp;unabh\u00e4ngigen Variablen<\/strong>&nbsp;die von Csikszentmihalyi genannten Bedingungen f\u00fcr Flow (&#8222;wahrgenommene Arbeitsbedingungen&#8220;):<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Balance zwischen Anforderungen und F\u00e4higkeiten;<\/li><li>Klare Ziele und R\u00fcckmeldung;<\/li><li>Wertekongruenz.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Die\u00a0<strong>Moderatorvariable<\/strong> bildet das Leistungsmotiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Seiten der&nbsp;<strong>abh\u00e4ngigen Variablen<\/strong>&nbsp;steht zum einen die Flow-Erfahrung, zum anderen die Arbeitsleistung. Flow-Erfahrung wird dabei als Mediator zwischen den Arbeitsbedingungen und der Arbeitsleistung vermutet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Erhebung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das methodische Vorgehen besteht im Einsatz \u00fcberwiegend eigenkonstruierter Skalen. Diese Skalen werden in einer Vorstudie evaluiert. Au\u00dferdem kommen der PRF zur Messung des selbstattribuierten Leistungsmotivs sowie das MMG zur Erfassung des impliziten Leistungsmotivs zum Einsatz. Insgesamt wurden zwei verschiedene Frageb\u00f6gen an die Hotels vergeben:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Der Fragebogen f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte zur Erhebung der durch die jeweiligen Vorgesetzten eingesch\u00e4tzten Leistung von Mitarbeitern;<\/li><li>Der Fragebogen f\u00fcr Mitarbeiter, um die unabh\u00e4ngigen Variablen sowie die Flow-Erfahrung zu erfassen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Befragt werden die Mitarbeiter von mittelst\u00e4ndischen Schweizer Hotels. Es nehmen 89 Personen in 15 Teams teil.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Auswertung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Auswertung der Daten werden Regressionsanalysen genutzt sowie die Pfadanalyse.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Variable Zielklarheit aufgrund hoher Korrelationen der Items mit der SD-Kontrollskala (Soziale Erw\u00fcnschtheit) nicht in die Auswertung aufgenommen wurde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Ergebnisse<\/h3>\n\n\n\n<p>Die auf diese Weise ausgewerteten Daten ergeben folgende Befunde:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Best\u00e4tigung der Hypothese A<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer Regressionsanalyse erkl\u00e4ren die Arbeitsbedingungen \u00fcber 23% der Varianz der Flow-Erfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ergeben sich folgende signifikanten Beta-Koeffizienten:<br>Balance Anforderungen &#8211; F\u00e4higkeiten: .25*<br>R\u00fcckmeldung: .39**<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Best\u00e4tigung der Hypothese B<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer Regressionsanalyse erkl\u00e4ren die Arbeitsbedingungen \u00fcber 17% der Varianz der Arbeitsleistung.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ergeben sich folgende signifikanten Beta-Koeffizienten:<br>Balance Anforderungen &#8211; F\u00e4higkeiten: .23*<br>R\u00fcckmeldung: .33**<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Keine Best\u00e4tigung der Hypothese C<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Analyse der Flow-Variablen als Pr\u00e4diktor f\u00fcr die Leistung f\u00fchrte zu keiner Ver\u00e4nderung der Beta-Koeffizienten der Arbeitsbedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Keine Best\u00e4tigung der Hypothese D<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man das Leistungsmotiv als Gruppierungsvariable nutzt, hat dies keinen Einflu\u00df auf den Fit des mittels Pfadanalyse errechneten Modells. Dies gilt sowohl f\u00fcr das selbstattribuierte als auch f\u00fcr das implizite Leistungsmotiv. Bei letzterem konnte jedoch durch Einzelvergleich (Methode nach S\u00f6rbom) f\u00fcr die Pfade Balance -&gt; Flow und Flow -&gt; Leistung ein signifikanter Unterschied festgestellt werden<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Diskussion der Ergebnisse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Befunde zu Hypothese A sind insofern interessant als sie Csikszentmihalyis Konzept des&nbsp;<strong>Flow-Kanals<\/strong>&nbsp;unterst\u00fctzen, da&nbsp;<strong>Balance&nbsp;<\/strong>sich<strong>&nbsp;als Voraussetzung f\u00fcr die Entstehung von Flow<\/strong>&nbsp;erweist. Des weiteren scheint die bei Csikszentmihalyi eher im Hintergrund stehende Gr\u00f6\u00dfe&nbsp;<strong>R\u00fcckmeldung<\/strong>&nbsp;eine durchaus zentrale Rolle bei der Entstehung von Flow zu spielen. F\u00fcr die als Wertekongruenz operationalisierte Bedingung der Negentropie zeigt sich kein positiver Befund. Dieser Sachverhalt ist jedoch unter dem Aspekt zu betrachten, da\u00df auch bei dieser Variablen Items aufgrund hoher SD-Korrelation eliminiert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>In bezug auf die&nbsp;<strong>Erbringung von Leistung<\/strong>&nbsp;(Hypothese B) hat vor allem die Variable&nbsp;<strong>R\u00fcckmeldung<\/strong>&nbsp;einen gro\u00dfen Anteil. Die Wirkung von Balance ist differenzierter zu betrachten: Einerseits kann Herausforderung im Sinne des Goal-Setting-Ansatzes als Balance auf hohem Anforderungs-F\u00e4higkeits-Niveau interpretiert werden. Andererseits wird deutlich, da\u00df&nbsp;<strong>Menschen im beruflichen Kontext eher nach dem M\u00f6glichen und Erreichbaren suchen<\/strong>&nbsp;(Yearta) und deshalb eine Balance auf dem mittleren oder unteren Niveau anstreben. Eine explorative Analyse ergibt Befunde, die den Ansatz von Yearta eher unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Widerlegung der Mediatorhypothese C geht vermutlich auf nicht gemessene Variablen zur\u00fcck, die die Verbindung Flow -&gt; Leistung moderieren. Einen Hinweis zu weiteren Moderatorvariablen geben \u00dcberlegungen zu leistungshemmenden Prozessen (Rheinberg).<\/p>\n\n\n\n<p>Als&nbsp;<strong>dispositionelle Moderatorvariable<\/strong>&nbsp;f\u00fcr das Gesamtmodell scheidet jedoch das Leistungsmotiv aus (Hypothese D). Allerdings kann in Bezug auf den Pfad Flow -&gt; Leistung ein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen der Erfolgszuversichtlichen und der Mi\u00dferfolgs\u00e4ngstlichen diagnostiziert werden (MMG). Dieser Effekt steht jedoch im Widerspruch zur erwarteten Richtung der Pfadauspr\u00e4gung. Bei Erfolgszuversichtlichen sollte der Pfad st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt sein als bei den Mi\u00dferfolgs\u00e4ngstlichen (McClelland).&nbsp;<strong>Eventuell ist Flow f\u00fcr Mi\u00dferfolgs\u00e4ngstliche Antagonist zur leistungshemmenden \u00e4ngstlichen Wachsamkeit<\/strong>. Mi\u00dferfolgs\u00e4ngstliche zeigen dar\u00fcber hinaus eine engere Verbindung von Balance und Flow. Es kann vorsichtig vermutet werden, da\u00df der f\u00fcr Mi\u00dferfolgs\u00e4ngsliche charakteristische Attributionsstil die Balance (im Sinne des Vertrauens, keinen Mi\u00dferfolg zu erleben) in h\u00f6herem Ma\u00dfe erforderlich macht als f\u00fcr Erfolgszuversichtliche. Die Erfolgszuversichtlichen ihrerseits weisen im Pfad Balance -&gt; Flow einen nichtsignifikanten Pfadkoeffizienten auf.&nbsp;<strong>Unter R\u00fcckgriff auf Csikszentmihalyis Begriff der autotelischen Pers\u00f6nlichkeit ist anzunehmen, da\u00df Erfolgszuversichtliche zu dieser Gruppe geh\u00f6ren und damit unabh\u00e4ngiger sind von externen Bedingungen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flow und LeistungZur Rolle des Flow-Ph\u00e4nomens im betrieblichen Kontext Tobias Heisig &#8211; Andreas Rossig Zusammenfassung&nbsp;zur Diplomarbeit im Rahmen der Diplompr\u00fcfungam Psychologischen Institut der Eberhard-Karls-Universit\u00e4t T\u00fcbingen Erstellt unter Anleitung von Prof. Dr. Kurt Stapf Die Grundannahme Ausgangspunkt dieser Untersuchung ist das Konstrukt &#8222;Flow&#8220; nach Mihalyi Csikszentmihalyi. 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